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Azra Betül

„Klein aber oho!“

Dieser Spruch passt sehr gut zu Azra.

Die 25 jährige Braunschweigerin engagiert sich in vielen Bereichen des Lebens für Verbesserungen.

Das Thema Cannabis lässt sie dabei nicht aus, denn sie weiß :

Das Verbot ist verfassungswidrig, schadet, hilft niemandem und grenzt Menschen aus.

Als Frau mit Migrationshintergrund kennt sie sich (leider) gut mit Vorurteilen aus und so kämpft sie mit viel Hingabe für eine sinnvolle Drogenpolitik. Denn auch beim Thema Cannabis wissen viel zu wenig Menschen wovon sie sprechen. Stattdessen wird oft nur wiederholt, was unsere ideologisch getriebene Regierung verbreitet.

Das will Azra ändern und deshalb freuen wir uns auch sehr über dieses Interview!

Hanfverband Hamburg: Wie bist du zum ersten mal mit Cannabis in Berührung gekommen?

Azra: Auf einem Volksfest durch einzelne Freunde. Öffentlich waren die ganzen Säufer zu sehen und mittendrin ganz viele heimliche Kiffer, die gemeinsam weg gingen, um zu drehen und zu rauchen. Eigentlich war es außerhalb des Volksfestes mit den Kiffern sogar viel lustiger und Stressfreier als das Fest selber.

Hanfverband Hamburg: Hat sich dein Konsum im Laufe der Jahre verändert?

Azra: Ja, etwas.

Hanfverband Hamburg: Hattest du in Bezug auf Cannabis schon Probleme mit dem Gesetz?

Azra: Ich hatte bisher immer Glück, es war verdammt oft kurz davor.

Als kleine Frau, denke ich, werde ich allgemein nicht so schnell verdächtigt, wie z.B. andere Freunde die Migrantisch und Männlich gelesen werden. Daher hatte ich immer genug Zeit, alles weg zu packen oder die Tüte weg zu schmeißen.

Hanfverband Hamburg: Was hat dich dazu bewegt, aktiv zu werden?

Azra: Die Begründung, weshalb Cannabis Illegal ist, hat absolut keine zu unterstützende Grundlage. Es verurteilt weltweit Millionen von unschuldigen Menschen, deren Lebensqualität drunter leidet. Als Migrantin habe ich von klein auf mit Klischees und Vorurteilen zu kämpfen. Als das mit dem Cannabis dazu kam sowie die doppelte Abwertung, wollte ich auch in diesem Thema für Aufklärung sorgen statt weiter zuzusehen, wie wir Menschen ausgegrenzt, ignoriert und verurteilt werden von der Gesellschaft, zum Vorteil von einzelne Interessenten.

Hanfverband Hamburg: Auf welche Art engagierst du dich für die Legalisierung von Cannabis?

Azra: Ich bin Mitbegründer sowie Vorstandsmitglied bei den Hanffreunde Braunschweig e.V., seit 2016.

Zudem haben wir uns dem Deutschen Hanfverband angeschlossen. Ich organisiere seit 3 Jahren den Global Marijuana March in Braunschweig mit und bin ein Fan von Guerilla Aktionen.

Ich bin beauftragt für Social-Media, Netzwerkarbeit, sowie das Vorbereiten und Durchführen von unseren Vereinstreffen sowie die Projekte. Zudem verteile ich Flyer/Sticker und spreche Menschen direkt an sich zu informieren oder Mitglied zu werden. Zusätzlich bin ich Vize-Sprecherin von unserer DHV Ortsgruppe.

Hanfverband Hamburg: Bist du Cannabis – Patient?

Azra: Nicht offiziell, aufgrund von mangelnder Ärzte, sowie viel zu hohe Apothekenpreise

Hanfverband Hamburg: Wie hat Cannabis deine gesundheitliche Situation verbessert? Oder hat es das, auch ohne dass du Patient bist?

Azra: Ich behandle meine Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen sowie Menstruationsschmerzen mit Cannabis erfolgreich und erhöhe so meine Konzentration sowie Arbeitsfähigkeit. Zudem konnte ich mit Cannabis einer mögliche Depression entgehen.

Hanfverband Hamburg: Wie stehst du zu anderen Drogen und der Debatte um eine Entkriminalisierung dieser Substanzen?

Azra: Mich selber Reizt es wenig, andere Drogen einzunehmen. Jedoch ist die Entkriminalisierung hier ebenfalls wichtig, um einen Jugend- sowie Verbraucherschutz bieten zu können. Man darf die Augen nicht davor verschließen, das so oder so konsumiert wird. Mit einer Entkriminalisierung können Beratungen sowie Suchthilfen rechtzeitig wahrgenommen und verunreinigte und gestreckte Substanzen reduziert werden.

Aufklärung sowie Betreuung ist unser wichtigstes Gut, statt willkürliche Verbote.

Hanfverband Hamburg: Wie siehst du die Chancen, dass an der jetzigen Politik bald etwas geändert wird?

Azra: Ich denke es wird nicht mehr lange dauern, da immer mehr Menschen die Möglichkeit haben sich selbst zu informieren und solche Tabuthemen nach Jahrzehnten endlich anzusprechen. Wer sich einmal kurz informiert, weshalb Cannabis verboten wurde versteht sehr schnell, dass die Prohibition verfassungswidrig ist und nur einen kapitalistischen sowie rassistischen Hintergrund hat, welches wir heutzutage nicht mehr tolerieren sollten!

Hanfverband Hamburg: Gab, oder gibt es Momente in deinem Aktivistenleben, wo du an deiner Überzeugung gezweifelt hast? Wenn ja, was motiviert dich weiterzumachen?

Azra: Es hat mich nur an meine Grenzen gebracht. An meiner Überzeugung habe ich dennoch nie gezweifelt.

Meine Motivation ist, das die Strafverfolgung von unschuldigen Menschen endlich ein Ende nehmen muss sowie die Ausgrenzung und Ignoranz der Gesellschaft, gegenüber Cannabis Befürwortern. Es haben genug Menschen unter dieser Prohibition jahrzehntelang gelitten – und tun es immer noch! Und das völlig willkürlich. Je länger wir dem stillschweigend zustimmen, desto länger wird es einen Grund geben Racial Profiling durchzuführen.

Mit umfangreicher Aufklärung kann das endlich ein Ende haben!

Hanfverband Hamburg: Hatte der Cannabis-Konsum – auch ob des gesellschaftlichen Stigmas – Auswirkungen auf Partnerschaften/Freundschaften ?

Azra: Von der Mitte der Gesellschaft wurde man schnell abgewertet, weshalb man mit der Zeit viele Kiffer als Freunde automatisch hatte, die untereinander waren. Man musste sehr häufig aufpassen, dass man nichts falsches sagt, oder die Vermutung aufkommen könnte. Ich habe theoretisch ein Doppelleben geführt, damit ich meine Errungenschaften nicht wegen noch mehr Klischees zu Nichte machen lasse. Mir war es wichtig, dass mein Partner oder gute Freunde meine Entscheidung akzeptieren und verstehen, dass die Prohibition nicht zu unterstützen ist und Klischees zu setzen absolut falsch ist.

Hanfverband Hamburg: Wie stehst du zum Umgang mit Cannabis im familiären Umfeld?

Azra: Ich finde man sollte generell vor Kindern nicht rauchen (vollkommen egal ob Tabak oder Cannabis) oder Alkohol trinken, da es für mich immer eine Verherrlichung bedeutet und Kindern der Eindruck gegeben wird, dass es normal ist. Das nimmt Ihnen ihre Selbstbestimmung beim Formen ihrer eigenen Meinung.

Hanfverband Hamburg: Ab welchem Alter würdest du das Thema mit deinen Kindern besprechen und wie?

Azra: Sommerferien, bevor sie in die weiterführende Schule eingeschult werden und bevor es schon zu Kontakt und Beeinflussung durch andere kommt.

Ich würde umfassend aufklären, was das ist, was das mit einem machen könnte, das jeder Körper anders funktioniert und reagiert und das es auch viel mit der Psyche verbunden ist und wie wichtig die Dosierung ist. Zudem würde ich die Risiken und Methoden vom Schwarzmarkt, sowie Mischkonsum aufklären wollen, um dafür auch ein Bewusstsein zu bieten. Auch politische Machtverhältnisse würde ich aufklären wollen und das kritisches Hinterfragen zu einer aufgeklärten Gesellschaft dazu gehört.

Hanfverband Hamburg: Welche Altersgrenze für die Abgabe von Cannabis findest du sinnvoll?

Azra: Ab 21, da vorher der Körper sowie die Psyche die Zeit bekommen sollte sich voll auszureifen (daher auch Tabak und Alkohol ab 21).

Hanfverband Hamburg: Wie stellst du dir die Legalisierung vor, bzw. wie wünschst du sie dir?

Azra: Jugendschutz sowie Verbraucherschutz, ohne Doppelmoral.

Die Akzeptanz von Heil- und Nutzpflanzen und die vermehrte Forschung auf diesem Gebiet.

Coffeeshops wie eine Bar sowie Spezialisierte medizinisch beratende Apotheken im Bereich der Heilpflanzen mit Schwerpunkt Cannabis. Die Berechtigung im Garten Pflanzen anbauen zu dürfen, da es viele Vorteile mit sich bringt. Sowie Nutzhanf vollumfänglich als Landwirt/Hersteller/Produzent nutzen zu können, ohne extra Kosten, Kontrollen oder Bürokratischen Aufwand. Viele mögliche Produkte, wie Treibstoff, Dünger Plastik und Dämmmaterialien sollte möglich mit Nutzhanf produziert werden.

Hanfverband Hamburg: Hast du eine Lieblingsgenetik/Sorte? Warum?

Azra: Indica nutze ich gerne abends zum Feierabend, damit man schneller runterkommen kann, da ich ein sehr aktiver Mensch bin. Außerdem schlafe ich schnell ein, durch und wache besser auf, selbst wenn es eine kurze Nacht war. Außerdem fördert es meinen Appetit/Hunger, den ich über den stressigen Alltag sonst sehr vernachlässigen würde und kann meine Gedanken so besser sammeln.

Hanfverband Hamburg: Viele Leute haben Bedenken, sich aktiv für die Legalisierung zu engagieren, weil sie fürchten, Probleme im Job, usw. zu bekommen. Was würdest du diesen Leuten sagen, bzw. welche Tipps würdest du ihnen geben, damit sie trotzdem aktiv werden?

Azra: Je länger wir das Thema tabuisieren, desto mehr Menschen werden genauso unnötig unter diesen Befürchtungen sowie der Strafverfolgung durch die Prohibition leiden. Wir dürfen unsere Rechte nicht vergessen und sollten dazu stehen. Mit dem Stillschweigen stimmen wir diesem verfassungswidrigen Gesetzt nur zu.

Hanfverband Hamburg: Wenn Cannabis legal wäre, würdest du lieber anbauen oder in einem Shop einkaufen gehen?

Azra: Ich möchte die freie Möglichkeit und das Recht haben, in jedem Moment, selber zu entscheiden.

Aber selbst wenn ich anbauen würde, würde der Gang zum Shop nicht ausbleiben.

Hanfverband Hamburg: Was würdest du jemandem mit auf den Weg geben, (Vielleicht gerade Jugendlichen) wenn er/sie zum ersten mal Cannabis konsumieren möchte?

Azra: Achtet auf eure Grundstimmung und eure Umgebung. Wer sich wohl fühlt, erlebt auch einen viel angenehmeren High Effekt. Bedenkt und toleriert, das jeder Körper es individuell verträgt. Definitiv nicht aus Gruppenzwang probieren oder anfangen, weil andere es auch machen – eurer Psyche zu liebe! Wasser sollte immer Griffbereit sein.

Hanfverband Hamburg: Hast du zum Abschluss noch eine lustige, oder spannende Cannabis – Anekdote?

Azra: Als kleine migrantische Frau bekomme ich häufig verwunderte oder abwertende Blicke und Anmerkungen, wenn ich mein Equipment auspacke. Daran merke ich immer wieder, das übersehen wird, das Cannabis weltweit in den verschiedensten Alters,- Berufs,- oder Kulturbereichen zu vielen verschiedenen Zwecken genutzt wird. Der Fokus liegt nur (wie so häufig) bei den Männern, während von Frauen selten berichtet wird. (Ausgenommen die Hexenverfolgung..). Cannabis wird nicht nur von Männern konsumiert – Zeit für mehr Vielfalt!

Wer Cannabiskonsumenten die Polizei auf den Hals hetzt, der hätte früher auch befürwortet, das Hexen nur wegen ihrer Heilkräuter verbrannt werden.“

Vielen Dank Azra, dass du bei diesem Interview mitgemacht hast!

David Kokas

„Jeder normale Freizeitkonsument der vernünftig damit umgeht und mal einen „kifft“ hat für mich seine medizinische Berechtigung. Ich würde es Stressausgleich nennen.“

Der 34 jährige Österreicher hat es am eigenen Leib erfahren:

Cannabis kann das Leben erst wieder lebenswert machen! Denn im Gegensatz zur Schulmedizin hilft Cannabis ihm nahezu nebenwirkungsfrei.

Der medizinische Aspekt war schließlich auch der Grund für ihn, sich für eine Legalisierung einzusetzen.

Wir freuen uns sehr, dass David sich als österreichischer Aktivist in unsere Intereview – Serie einreiht.

Hanfverband Hamburg : Wie bist du zum ersten mal mit Cannabis in Berührung gekommen?

David: In der ersten Berufsschule brachte mich ein Freund in eine Seitengasse wo ein

MC Donald´s war und meinte, „Rauch dir eine Zigarette an und lass uns hier kurz warten.“ Es hat nicht mal zwei Züge an der Zigarette gedauert und schon wurden wir angesprochen. Ich konnte es nicht fassen und das auf einem sehr belebten großen Hauptplatz.

Hanfverband Hamburg : Hat sich dein Konsum im Laufe der Jahre verändert?

David: Ja am Anfang half es mir sehr, da mein Vater sehr jung mit 42 verstorben ist. Leider nahm ich dann auch noch andere Drogen und Medikamenten zu mir, die ich aber zum Glück schnell wieder durch Entzüge, Therapien und mit der Unterstütztung meiner Freundin loswerden konnte.

Es ging sogar so weit, dass ich mit Cannabis von einem Tag auf den anderen aufgehört habe und ich kaum Entzugssymptome hatte. Das konnte ich von den anderen Medikamenten und Drogen gar nicht sagen.

Ich wurde dann leider immer kränker und hab mich Jahre lang auf die Schulmedizin verlassen. Durch diese Medikamente schlief ich buchstäblich im Stehen mit der Zigarette in der Hand ein.

2012 habe ich dann mit einer Cannabinoid Therapie angefangen und plötzlich hatte ich eine komplett andere Sicht auf Cannabis und dessen medizinische Wirkung.

Hanfverband Hamburg : Hattest du in Bezug auf Cannabis schon Probleme mit dem Gesetz?

David: Ja leider, 2006 wegen Konsum, war eine Geldstrafe. 2017 wegen medizinischen Anbaus. Wurde zu 18 Monate Haft auf 3 Jahre Bewährung verurteilt, da ich leider jahrelangen Anbau zugegeben hatte. Ich hoffte auf Gerechtigkeit.

Hanfverband Hamburg : Was hat dich dazu bewegt, aktiv zu werden?

David: Mein eigenes Leben. Ich habe mich jahrelang auf die Schulmedizin verlassen und hab gesehen wo das hinführt…. in eine Benzoabhängigkeit. Auch die Antidepressiva und Schmerzmittel haben mein Leben stark eingeschränkt.

Cannabis hat mir mein Leben wieder zurückgegeben.

Hanfverband Hamburg : Auf welche Art engagierst du dich für die Legalisierung von Cannabis?

David: Ich habe 2012 eine Facebook Gruppe gegründet (Erfahrungen mit medizinischem Cannabis)

2012 war ich auch bei legalize.eu (Mario Danne) als Ansprechpartner für die Steiermark in Österreich. Ich war auch als ehrenamtlicher Patientenberater tätig. Seit 2014 bin ich jetzt ehrenamtlich bei der Arge Canna als Patientenberater verfügbar.

Ich erarbeite Flyer wie, Dronabinol in Österreich oder einen Flyer über Krebs. Diese Aufklärungsbroschüren kommen sehr gut an.

Ich bin auf vielen Messen, Veranstaltungen, Seminaren und Vorträgen. Ich bin bei den Videos auf Youtube über Cannabis auf dem neuesten Stand und natürlich lese ich viele Bücher über das Thema, das mein Wissen darüber immer mehr erweitert.

Ich bin auch in vielen anderen Cannabis Patienten Gruppen und auch als Moderator tätig.

Ich versuche kostenlos 24 Stunden erreichbar zu sein.

Hanfverband Hamburg : Bist du Cannabis – Patient?

David: Ja seit 2012 Dronabinol Patient in Österreich und seit 2018 in Deutschland.

Hanfverband Hamburg : Wie hat Cannabis deine gesundheitliche Situation verbessert?

David: Mein Leben ist kein Vergleich zu vorher. Ich war auf den anderen Medikamenten nicht mehr ansprechbar. Ich hatte von den starken Medikamenten viele Nebenwirkungen, man konnte mit mir gar nichts machen. Ich hatte die Lebensfreude verloren und hielt mich in sehr viele Kliniken auf in der Hoffnung, Hilfe zu finden. Bei den plötzlich auftretenden Schmerzattacken wollte ich nicht mehr Leben. Das sieht mit der Cannabinoid Therapie ganz anders aus. Ich sag immer, ich geh viel besser mit den Schmerzen um.

Hanfverband Hamburg : Wie stehst du zu anderen Drogen und der Debatte um eine Entkriminalisierung dieser Substanzen?

David: Für mich ist Alkohol eine der schlimmsten Drogen! Ich finde, es sollte alles legal verfügbar sein… Fakt ist, die Drogen sind sowieso im Umlauf, auch wenn man das nicht sehen möchte. Somit könnte der Staat es kontrollieren und sogar noch Geld damit verdienen.

Hanfverband Hamburg : Wie siehstdu die Chancen, dass an der jetzigen Politik bald etwas geändert wird?

David: Ich sehe für Deutschland eine bessere Zukunft als wie für Österreich. Allein schon der medizinische Bereich. Wenn man bedenkt das in Österreich die AGES schon seit vielen Jahren erfolgreich Cannabis anbaut und im eigenen Land aber gar nichts passiert, ist das schon mehr als traurig. In vielen anderen Ländern hat medizinisches Cannabis die Türen für eine Legalisierung geöffnet.

Hanfverband Hamburg : Gab, oder gibt es Momente in deinem Aktivistenleben, wo du an deiner Überzeugung gezweifelt hast? Wenn ja, was motiviert dich weiterzumachen?

David: Ja, als die Polizei vor der Türe stand und meine Medizin mitgenommen hat. Mit der Schulmedizin würde es zwar auch gehen, aber das ist KEIN LEBEN!?

Mich motiviert mein viel gesünderes Leben und viele positive, glückliche Rückmeldungen von Patienten, Ärzten, Apothekern und natürlich das wichtigste die Familie.

Hanfverband Hamburg : Hatte der Cannabis-Konsum – auch ob des gesellschaftlichen Stigmas – Auswirkungen auf Partnerschaften/Freundschaften ?

David: Naja die alten Verurteile. So wie beim Führerschein. Ich finde es nur eigenartig, das bei Einnahmen von Morphinen, Methadon, Antidepressiva niemand etwas beanstandet und hier ohne Probleme das Auto gelenkt werden darf – BIS ETWAS PASSIERT!

Hanfverband Hamburg : Wie stehst du zum Umgang mit Cannabis im familiären Umfeld?

David: Unbedingt aufklären und immer wieder darüber sprechen! In meiner Familie fand ich jahrelang keine Akzeptanz, bis einige Familienmitglieder selbst schwer krank wurden. Ich bat meine Hilfe mit CBD ÖL und Cannabiscreme an und es wurde schnell bemerkt, dass diese Medizin wahre Wunder bewirkt.

Hanfverband Hamburg : Ab welchem Alter würdest du das Thema mit deinen Kindern besprechen und wie?

David: 12-14 Jahre, mein bester Freund ist auch schwer krank. Er erklärte seinen Kindern das es Medizin ist und er hoffe, dass die Kinder es nie brauchen werden.

Hanfverband Hamburg : Welche Altersgrenze für die Abgabe von Cannabis findest du sinnvoll?

David: 18-21 Jahre würde ich für sehr sinnvoll halten. Dazu gehören aber auch Aufklärung in den Schulen und nicht nur eine plumpe Altersbeschränkung.

Hanfverband Hamburg : Wie stellst du dir die Legalisierung vor, bzw. wie wünschst du sie dir?

David: Ich finde ganz wichtig das es Werbebschränkungen gibt und nicht befristete, lizenzierte Verkaufsstellen. Aber ich rede von sehr vielen Lizenzen.

Das Problem bei Alkohol ist einfach das er fast überall verfügbar ist und das auch noch 24 Stunden das macht es einen alkoholabhängigen gerade nicht leicht davon weg zu kommen.

Ganz wichtig finde ich das Cannabis Social Clubs von der Regierung unterstützt werden wie ein ganz normaler Verein für Konsumenten und Patienten, ich finde so etwas extrem wichtig sich mit Gleichgesinnten zu treffen und gerade für ältere oder allein stehende Menschen/Patienten könnte das gegen Depressionen vorbeugen.

Es sollte staatliche Anmeldeformulare für Cannabis Social Club, ofizielle Verkaufstellen, Apotheken, Produzenten, Labore usw. geben. Somit kann der Staat Stichproben von Qualität, Hygiene, Pestizide usw. nehmen. Ich finde das sehr wichtig!

2007 wurde eine Massenvergiftung durch mit Blei gestrecktes Marihuana im Leipziger Raum aufgedeckt. Mehrere Personen mussten wegen einer akuten Bleivergiftung in den Krankenhäusern behandelt werden. Auch Europol wurde dazu eingeschaltet. Leider kommen diese Verunreinigungen viel zu oft vor, nur um mehr Geld rauszuholen.

5 bis 10 Pflanzen sollte jeder Haushalt ohne Strafe anbauen dürfen.

Hanfverband Hamburg : Hast du eine Lieblingsgenetik/Sorte? Warum?

David: Pedanios 22/1-Ghost Train Haze. Ich hab damit einfach viel weniger Rückenschmerzen, Spastik, weniger Athrose-Gonathrose, Depressionen. Es macht mich mega aktiv, gut gelaunt und ist somit ideal für den Tag. Amnezia Core Cut wirkt bei mir gleich wie Pedanios 22/1 und alle Peace Naturals Medikamente sind super gegen meine sehr starken Schmerzen. Leider nur 1 bis 2-mal im Jahr in der Apotheke verfügbar.

Hanfverband Hamburg : Viele Leute haben Bedenken, sich aktiv für die Legalisierung zu engagieren, weil sie fürchten, Probleme im Job, usw. zu bekommen. Was würdest du diesen Leuten sagen, bzw. welche Tipps würdest du ihnen geben, damit sie trotzdem aktiv werden?

David: Man kann sehr viel im Hintergrund machen. Zum Beispiel: Anonym Flyer erarbeiten. Hanf Logos mit Text erstellen – sprich Aufklärungsarbeit ohne Gesicht zu zeigen, Videos schneiden, Ehrenamtlich in Vereinen arbeiten oder diese mit Spenden unterstützen. In der Arbeit offen darüber reden. Man kann auch in Betracht ziehen, in die Hanfbranche zu wechseln.

Hanfverband Hamburg : Wenn Cannabis legal wäre, würdest du lieber anbauen oder in einem Shop einkaufen gehen?

David: Mir persönlich wäre es in einem Shop lieber, da ich leider zu krank für Eigenanbau bin.

Hanfverband Hamburg : Was würdest du jemandem mit auf den Weg geben, (Vielleicht gerade Jugendlichen) wenn er/sie zum ersten mal Cannabis konsumieren möchte?

David: Ich würde fragen wofür sie es konsumieren und würde sagen dass es noch zu früh dafür ist. Der Körper könnte in diesem Alter wahrscheinlich in Mitleidenschaft gezogen werden. Ich würde vorschlagen etwas anderes zu machen. Fussballspielen, Computerspielen, oder andere Aktivitäten. Wenn der Drang zum Konsumieren trotzdem noch weiter besteht, würde ich ihm eine CBD reichere Sorte empfehlen.

Hanfverband Hamburg : Hast du zum Abschluss noch eine lustige, oder spannende Cannabis – Anekdote?

Nicht wirklich. Nur eine Sache die mir gerade einfällt

Die Politiker sprechen immer davon, dass wir keine 3. Volksdroge brauchen. Nur warum bekommt man Cannabis dann überall?! Die 3. Volksdroge ist längst da.

Tv Auftritt: https://www.puls4.com/cafepuls/Videos/Das-Magazin/Cannabis-vom-Arzt-Ist-das-wirklich-legal-in-Oesterreich

Vielen Dank David, dass du mit dabei bist.

Online-Ortsgruppentreffen

Einmal im Monat treffen wir uns zur Abarbeitung unserer Tagesordnung mit Protokollführung. Pandemiebedingt findet das Treffen am 26. Januar 2021 online statt.

Wir laden Euch ein zur offenen Runde ab 20:30 Uhr!

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Zitronen-Jette

„Dien Leben wer suur as de Zitroonen, sall sick dat Erinnern an di lohnen? Dien Schiksol wiest op all de Lüüd, for de dat Glück het gor keen Tiet.“

„Dein Leben war sauer wie die Zitronen, soll sich das Erinnern an dich lohnen? Dein Schicksal weist auf all die Leute, für die das Glück hat gar keine Zeit“