Wer war noch gleich…? Mario Danne

Mario Danne

Den 53 jährigen Wahl – Österreicher kennt sicher jeder, der sich schon einmal mit Cannabis beschäftigt hat.

Als freier Journalist berichtet er bei CIA TV ( ehemals Blun TV ) seit mehr als 11 Jahren von den unterschiedlichsten Orten über die unterschiedlichsten Themen rund um die beste Pflanze der Welt.

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Dabei ist der gelernte Berufskraftfahrer und Dtp – Systemtechniker stets darauf bedacht, dem Hanf die Bühne zu geben, die ihm gebührt. Als Medienpartner von „Legal Europe“ befasst sich CIA TV hauptsächlich mit Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Freiheit gerade in Bezug auf Cannabis & Hanf.

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Wir freuen uns sehr, ein bisschen mehr von Mario zu erfahren und sind gespannt auf dieses kurze Interview.

Hanfverband Hamburg: Wie bist du zum ersten mal mit Cannabis in Berührung gekommen?


Mario: Ich habe eine sehr schwierige Kindheit hinter mir, in der es auch Missbräuche gab, worauf ich aber hier nicht näher eingehen mag. Meine Mutter war Sozialempfängerin und Alleinerziehend, deshalb musste ich schon früh auf eigenen Beinen stehen. So war ich mit 15 Jahren schon geschäftstüchtig und habe in der Innenstadt von Dortmund an erwachsene Menschen Haschisch verkauft.
Das erste mal hat mich wohl mein Bruder neugierig gemacht, weil ich nicht verstanden habe, wieso man einen Hasenkötel mit sich trägt, der aber irgendwie anders roch.

Hanfverband Hamburg: Hat sich dein Konsum im Laufe der Jahre verändert?


Mario: Absolut, zum einen habe ich in Deutschland 15 Jahre lang im Grunde nur Haschisch gekannt und geraucht, außer man fuhr öfter mal nach Holland, wo man auch gutes Weed bekam. Aber Haschisch prägte meine ersten Erfahrungen mit dem grünen Wunderkraut, sicherlich war es aber so, das es zum einen nur darauf ankam dass es schnell und viel knallte.

Also eher ein missbräuchlicher Konsum, Mischkonsum mit Tabak und gleichzeitig Alkohol mit dem Ziel sich schnell aus der Umlaufbahn zu schießen. Als dann aber die späte Jugend vorüber war, die erste feste Beziehung funktionierte und dann auch noch Nachwuchs die Welt erblickte, wurde auch der Umgang und der Konsum verändert. Von kleineren Mengen der Einnahme oder auch Pausen des Konsums war dann alles mit dabei. Später wurde ich dann Patient, weil ich die gute und heilsame Wirkung erkannte und meine Symptome nicht mit Medikamenten verbessern wollte, solange die Natur so wunderbar hilft.

Hanfverband Hamburg: Hattest du in Bezug auf Cannabis schon Probleme mit dem Gesetz?


Mario: Da ich wie viele früher die gute Ware aus den Niederlanden holen musste, hatte man auch unweigerlich mit der Polizei zu tun, allerdings war es früher auch noch irgendwie einfacher und es wurde auch oft nur nach Alkohol kontrolliert. Ich baute mir natürlich meine Medizin auch öfter selbst an, schließlich gab es das damals nicht in Apotheken, also entweder Schwarzmarkt oder selbst anbauen war angesagt. Bis auf kleinere Anhaltungen im bayrischen Raum, saß ich unter anderen mal 8 Wochen in Untersuchungshaft, weil ich meine Lieblingspflanze mit anderen Menschen geteilt habe.

Hanfverband Hamburg: Was hat dich dazu bewegt, aktiv zu werden?

Mario: Ich habe mich schon seit den 90ziger Jahren im sozialen Bereich eingesetzt, unter anderem in einem Arbeitslosenzentrum. Darüber hinaus habe ich mich viel für das „bedingungslose Grundeinkommen“ eingesetzt, was ich immer noch tue, aber nicht mehr so aktiv in diesem Thema. Ich bin schon immer ein Revoluzzer, gegen Kirche, gegen ein ungerechtes System und unmenschliche Bedingungen, unnötige Gesetze und so weiter …

Hanfverband Hamburg: Auf welche Art engagierst du dich für die Legalisierung von Cannabis?


Mario: Ich habe dann in Österreich angefangen ISI – Europa, später „Legal – Europe“ zu gründen, ein Kreativ – und Kulturverein der sich für die Hanfpflanze einsetzt. Später übernahmen wir den Job des „ Dachverbandes der CSC´s, zu erreichen unter www.Cannabis-Social-Clubs.at und in diesem Zuge installierten wir auch die ersten Cannabis Social Clubs in Wien, Salzburg, Linz, Kärnten uvm.
Leider sind durch das harte durchgreifen der Exekutiven die aktiven arbeiten der Clubs überwiegend eingestellt worden.

Hanfverband Hamburg: Bist du Cannabis – Patient?


Mario: Seit ungefähr 3 Jahren bin ich privater Cannabis Patient, um mir ein wenig Sicherheit zu verschaffen, allerdings ist es unleistbar solange man es selbst finanzieren muss, warum ich wieder auf zur Eigenversorgung übergehen musste. Leider wohne ich selbst nicht in Deutschland, was eine Kostenübernahme unmöglich macht.

Hanfverband Hamburg: Wie hat Cannabis deine gesundheitliche Situation verbessert?


Mario: Es hilft mir in mehreren Situationen, zum ersten als Schmerzmittel, für die täglichen, chronischen Rückenschmerzen. Es fällt mir schwer hier meine Symptome zu erklären, aber ich leide unter anderem an Ameisenlaufen (Nervenkitzeln), innere Unruhe, PTBS, soziale Phobien wobei mir Cannabis wirklich gut hilft. Wenn es um wiederkehrende Zeiten der Depression geht, welche gerade in der dunkleren Jahreszeit auftauchen, so können auch Pausen des Konsums durchaus Hilfe bringen! Jedoch mindert das nicht die restlichen Symptome wofür ich dann zur Pharmaschublade greifen muss.

Hanfverband Hamburg: Wie stehst du zu anderen Drogen und der Debatte um eine Entkriminalisierung dieser Substanzen?


Mario: Auch wenn ich erst mal nur für die Freigabe von Cannabis an Erwachsene bin, sollte man im Grunde jegliche Substanzen freigeben bzw. regulieren und nicht unter Strafe stellen. Ganz im Gegenteil brauchen wir hier Hilfen und Auffangstuben, in denen aufgeklärt und vielleicht sogar verabreicht wird. Es gibt viele Möglichkeiten, man muss nur bereit sein, darüber nachzudenken.

Hanfverband Hamburg: Wie siehst du die Chancen, dass an der jetzigen Politik bald etwas geändert wird?


Mario: Es geht nicht um die jetzige Politik, es geht mir eher um das gesamte politische System welches seit Jahrzehnten installiert ist.

Ist es schlau zig Millionen für Parteien auszugeben, die nicht mal Wahlversprechen einhalten müssen und die einfach über die Meinung des Volkes Entscheidungen treffen? Brauchen wir eine Politik, welche uns alle 2-4 Jahre mit Gesichtern und Wahlsprüchen matert welche wir selbst bezahlen?

Wir brauchen ein modernes, schlankes und vor allem bürgernahes politisches System und auch dafür habe ich Ideen und Konzepte die wohl nicht neu sind. Ich kann mir sogar vorstellen dass es mit dieser Regierung noch eine Verschlechterung des Zustandes geben könnte. Auch wenn wir alle seit Jahrzehnten hoffen und behaupten, bald ist es soweit, bald wird legalisiert.

Hanfverband Hamburg: Gab, oder gibt es Momente in deinem Aktivistenleben, wo du an deiner Überzeugung gezweifelt hast? Wenn ja, was motiviert dich weiterzumachen?


Mario: Ich habe immer aus Überzeugung und Herzblut gehandelt. Ich habe viel Zeit und Geld investiert und oft habe ich schon gedacht, „nur Laberköpfe, alle wollen nur kiffen und so wird das nichts“. Aber es gibt tolle Leute in der Bewegung die was weiterbringen, Schritt für Schritt und mein positives denken hat mich dazu ermutigt weiter zu machen. Das bin einfach ich.

Hanfverband Hamburg: Hatte der Cannabis-Konsum – auch ob des gesellschaftlichen Stigmas – Auswirkungen auf Partnerschaften/Freundschaften ?


Mario: Ja leider hat meine erste lange Beziehung mit Kind darunter gelitten, sie hatte während und nach der Schwangerschaft aufgehört Cannabis zu konsumieren, ich nicht, dass hat unsere Beziehung belastet. Oft wurde man beleidigt wenn man zum Thema steht oder zugegeben hatten das man konsumiert …“Du Haschgiftspritzer“ und was man nicht alles für tolle Sprüche zu hören bekommt von Menschen die sich nicht mal mit dem Thema annähernd beschäftigt haben.

Hanfverband Hamburg: Wie stehst du zum Umgang mit Cannabis im familiären Umfeld?


Mario: Man sollte nicht vor seinen Kindern konsumieren oder sie gar mit einbeziehen. Wenn die Kinder ins richtige Alter kommen, sollte man sie schon ehrlich aufklären, mit dem Ziel das mein Kind zu mir kommt wenn es Drogen nimmt oder nehmen will und weiß das es mir vertrauen kann.

Bei meinem Sohn, welcher nun 20 Jahre alt ist, hat es wunderbar geklappt. Er nimmt keine Drogen außer Alkohol und Zigaretten, weil ich ihn frühzeitig richtig und ehrlich aufgeklärt habe!

Hanfverband Hamburg: Ab welchem Alter würdest du das Thema mit deinen Kindern besprechen und wie?


Mario: Ich denke je nach Kindesreife zwischen 9-14 Jahren, es sollte auch nicht direkt alles erklärt werden, sondern in Häppchen verpackt werden, man sollte weder neugierig machen, noch Horrorgeschichten erzählen. Über die Gefahren berichten und worauf man besonders achten sollte, oder wie man damit umgeht wenn einem jemand etwas anbietet!?

Hanfverband Hamburg: Welche Altersgrenze für die Abgabe von Cannabis findest du sinnvoll?

Mario: In Ausnahmefällen mit Einverständniserklärung der Eltern (beim ADHS etc) ab 16 Jahren, im Normalfall erst ab 21 Jahren.

Hanfverband Hamburg: Wie stellst du dir die Legalisierung vor, bzw. wie wünschst du sie dir?


Mario: Legalisierung ist leider zu allgemein, daher plädiere ich für eine gute Regulierung und diese sollte mehrere Möglichkeiten anbieten, von der Abgabe in der Apotheke, über Coffeeshops für volljährige Besucher/Touristen über kostengünstige Cannabis-Social-Clubs und für Patienten auch der Eigenanbau.

Hanfverband Hamburg: Hast du eine Lieblingsgenetik/Sorte? Warum?


Mario: Zu viele um diese alle aufzuzählen, aber ich liebe alte Kultsorten wie Super Skunk, Northern Lights, NYD, Amnesia aber auch neue Kreuzungen wie Gorilla Glue.

Ach es gibt so viele leckere, geschmacklich unterschiedliche und in der Wirkung potente Sorten, dass mich die Frage überfordert 😉

Hanfverband Hamburg: Viele Leute haben Bedenken, sich aktiv für die Legalisierung zu engagieren, weil sie fürchten, Probleme imJob, usw. zu bekommen. Was würdest du diesen Leuten sagen, bzw. welche Tipps würdest du ihnen geben, damit sie trotzdem aktiv werden?


Mario: Eier kaufen!

Hanfverband Hamburg: Wenn Cannabis legal wäre, würdest du lieber anbauen oder in einem Shop einkaufen gehen?


Mario: Ich würde zum Teil selbst anbauen und es auch selbst verkaufen wollen, ein Bauer mit Shop wäre mein Traum und das mit Besuch der Polizei, welche mit mir mein geiles Weed testet!

Hanfverband Hamburg: Was würdest du jemandem mit auf den Weg geben, (Vielleicht gerade Jugendlichen) wenn er/sie zum ersten mal Cannabis konsumieren möchte?


Mario: Ich würde fragen, warum sie es konsumieren möchten. Sie sollten etwas schönes dabei tun und es bewusst genießen. Das sie es nur tun sollten wenn sie es wirklich selbst wollen und nicht weil man cool sein will oder seinen Freunden etwas beweisen möchte. Man sollte vorsichtig sein und in kleinen Dosierungen vorgehen und sich bei Bedarf langsam steigern, statt anders herum.

Hanfverband Hamburg: Hast du zum Abschluss noch eine lustige, oder spannende Cannabis – Anekdote?

Mario: Lieber Gras rauchen, als Heu schnupfen 😉
Wenn es einen Gott gäbe und dieser wüsste dass der Mensch in weiten Teilen der Welt diese wunderbare Pflanze unterdrückt um chemische Mittel verkaufen zu können, dann würden einige viele in der Hölle landen!

Danke Mario, dass du mitgemacht hast!