Wer war noch gleich…? Stephan Stemmann

Stephan Stemmann

Der Aktivist aus Plauen an der tschechischen Grenze, welcher vielen auch als „Hanf Panda“ bekannt sein dürfte, setzt sich seit vielen Jahren für unsere Lieblingspflanze ein. Er gründete den Cannabis Social Club Plauen und leitete ihn einige Jahre.

Und er hat gute Gründe, etwas an der jetzigen Situation ändern zu wollen, hat der Staat ihm doch in der Vergangenheit sehr übel mitgespielt.

Heute ist er freiberuflicher Berater für Patienten. Er hilft beispielsweise bei der Antragstellung für Medizinal – Cannabis usw.

Auch für Vorträge und Lehrgänge zum Thema Cannabis kann man den „Panda“ buchen und man sieht ihn auf Messen und natürlich auf den Demos.

Der 27 jährige braut außerdem sein eigenes CBD Bier, das „Panda – Bräu“. Dies tut er auch nach Auftrag. Wenn man eine Idee hat und nicht die Möglichkeit, diese umzusetzen, dann braut der Panda individuelles „Wunsch – CBD – Bier“. Eine wirklich interessante Sache!

Das ständige Aufklären und Informieren der Menschen ist für Stephan Lebensinhalt, denn so wie es jetzt läuft, selbst für Patienten, kann es nicht weitergehen.

Danke, dass du beim Interview mitgemacht hast!

Hanfverband Hamburg: Wie bist du zum ersten mal mit Cannabis in Berührung gekommen?

Stephan: Mit 12 durch die Drogen – Aufklärung von der Polizei an der Schule wo ich war. Klar kannte ich Jungs die älter waren und wo man öfter was gehört hatte, aber das Interesse auszuprobieren kam nach der „Aufklärung“ der Polizei. Ich saß unruhig in der ersten Reihe der Turnhalle und hatte ständig neue Fragen an die 2 Polizisten (Mitte der 50 und 60) mit Bierbauch und UFO-Glatze.

Es wurden nur ganz viele Horrorgeschichten erzählt und die übliche Tour. Weil ich keine Ruhe geben wollte und der eine Polizist die Stimmung etwas auflockern wollte holte er mich auf die Bühne und erklärte das die Brille die er mir gab den Erstkonsum simulieren soll.

Ich war überzeugt ich könne ohne Probleme die Linie entlang laufen… nachdem ich aber 3 mal bei jedem Schritt 1 Meter daneben gelandet bin, kam mir die Frage, ob das in echt wirklich so viel Spaß macht… es sah sicher ulkig aus und alle haben sich gefreut die die Brille mal probiert haben. Das gab mir den Anreiz mich damit näher zu beschäftigen und mein Interesse war geweckt.

Hanfverband Hamburg: Hat sich dein Konsum im Laufe der Jahre verändert?

Stephan: Ja, der hat sich sehr verändert.. Früher viel Tabak geraucht und mit viel Tabak bebaut, heute nur noch pur und selten mal ne Zigarette, aber immer separat. Vor 10 Jahren gab es noch ganz andere Preise fürs Gras und die Qualität war entschieden besser als das Zeug welches oft mit Spray und Co verkauft wird.

Ich liebe die Auswahl. Jeder Tag oder jeder Moment hat sein spezielles Cannabis, mit der genau passenden Mischung für die optimale Unterstützung im Leben. Es ist nicht „ballern“ sondern die passenden Terpene mit den passenden Cannabinoiden zu kombinieren. So kann ich seit vielen Jahren auf jegliche Pillen verzichten. Über die letzten 7 Jahre habe ich viel Wissen und Erfahrung im Kochen mit Hanf gesammelt und empfinde Bonbons in der Öffentlichkeit in Deutschland angenehmer.

Hanfverband Hamburg: Hattest du in Bezug auf Cannabis schon Probleme mit dem Gesetz?

Stephan: Ja, mehre Hausdurchsuchungen und ständige Diskussionen mit den Herren in Uniform. Mir sind viele Beamte von Grund-auf unsympathisch.

Hanfverband Hamburg: Was hat dich dazu bewegt, aktiv zu werden?

Stephan: Ich hab mit 12 schon kapiert was Henry Ford damals cooles geschaffen hat und dass Hanf mehr ist als die Tüte am Abend wie ich immer sage. Viele Umweltprobleme sind mit Hanf zu beheben und zu vermeiden. Hanf würde so viele Probleme lösen, wenn man ihn nutzt wie es uns gegeben ist: als Pflanze.

Und ein Grund waren natürlich Hausdurchsuchungen und Repression.

Hanfverband Hamburg: Auf welche Art engagierst du dich für die Legalisierung von Cannabis?

Stephan: Habe viele Jahre einen CSC gegründet und geleitet und war informativ präsent. Seit dem ich offiziell Patient bin habe ich mich freiberuflich und kleingewerblich selbstständig gemacht. Ich berate Patienten und mache Vorträge auf Messen, Seminaren und vieles mehr. Ich arbeiten daran Projekte für die Substitution mit Hanf entstehen zu lassen und vieles mehr.

Hanfverband Hamburg: Bist du Cannabis – Patient?

Stephan: Ja, offiziell seit 2017

Hanfverband Hamburg: Wie hat Cannabis deine gesundheitliche Situation verbessert? Oder hat es das, auch ohne dass du Patient bist?

Stephan: Dank Cannabis kann ich meine Cluster – Kopfschmerzen und vieles mehr behandeln. Dank Cannabis konnte ich im Oktober 2019 in 2,5 Wochen von Stuttgart nach Barcelona mit dem Fahrrad fahren. 1500km mit 6000hm hoch und 5000 runter. Ohne Cannabis könnte ich nicht mal aufs Fahrrad steigen und fahren. Auch wären mir die Reize in der Stadt und im Verkehr viel zu hoch und die Aufnahmeleistung lässt ohne Medikamente stark nach.

Hanfverband Hamburg: Wie stehst du zu anderen Drogen und der Debatte um eine Entkriminalisierung dieser Substanzen?

Stephan: Es sollte alles legalisiert werden.

Hanfverband Hamburg: Wie siehst du die Chancen, dass an der jetzigen Politik bald etwas geändert wird?

Stephan: Schwierig… Wenn sich was ändert, dann nur eine gefakte Entkriminalisierung, da das Material weiter beschlagnahmt wird. Auch besteht weiterhin das MPU Drama und so weiter um damit viele Steuergelder zu generieren.

Die Straße bleibt 3 Euro günstiger als die Shops die weit weg sind… das kanadische Modell hat auch seine Schattenseiten… die Preise sollten wie Uruguay sein.

Hanfverband Hamburg: Gab, oder gibt es Momente in deinem Aktivistenleben, wo du an deiner Überzeugung gezweifelt hast? Wenn ja, was motiviert dich weiterzumachen?

Stephan: Ich habe viele Jahre den CSC geleitet. Vielen Menschen stand der Konsum im Vordergrund und sie hatten Angst Gesicht zu zeigen, kauften aber bei Leuten ein wo die Zivis Streife ums Haus laufen…

Ich will dem Hanf ein neues Image geben, denn Hanf kann unser aller Leben verbessern und das auf vielerlei Art.

Hanfverband Hamburg: Hatte der Cannabis-Konsum – auch ob des gesellschaftlichen Stigmas – Auswirkungen auf Partnerschaften/Freundschaften ?

Stephan: Als Jungendlichter auf dem Dorf war ich mit Hanf etwas der Außenseiter, denn alle haben frei getrunken, was nicht mein Fall war. Man bekommt Ärger mit der Polizei und Schocks fürs Leben. Und oftmals wird man als Junky hingestellt, obwohl die Leute selbst eine Pille nach der anderen werfen.

Hanfverband Hamburg: Ab welchem Alter würdest du das Thema mit deinen Kindern besprechen und wie?

Stephan: Das kommt ganz auf das Kind an und auf dessen Reife… aber offen und ohne Druck würde ich an das Thema ran gehen.

Hanfverband Hamburg: Welche Altersgrenze für die Abgabe von Cannabis findest du sinnvoll?

Stephan: Mit THC über 1 % ab 18 Jahre, mit unter einem Prozent THC und bis 10% CBD ab 16. Viele nutzen es zur Substitution vom Tabak etc.

Hanfverband Hamburg: Wie stellst du dir die Legalisierung vor, bzw. wie wünschst du sie dir?

Stephan: Auf jeden Fall Eigenanbau. Die Preise wie Uruguay und den Erlös an Kinder und Jugendeinrichtungen für Bildung Freizeit und Prävention.

Hanfverband Hamburg: Hast du eine Lieblingsgenetik/Sorte? Warum?

Stephan: Generell liebe ich Indicas, denn die lassen meinen Körper und Kopf zur Ruhe und ins Gleichgewicht kommen. Ich fahre auf bestimmte Terpene und deren Kombination total ab. Cheese oder K2 sowie Critical und Variationen und vieles mehr.

Hanfverband Hamburg: Viele Leute haben Bedenken, sich aktiv für die Legalisierung zu engagieren, weil sie fürchten, Probleme im Job, usw. zu bekommen. Was würdest du diesen Leuten sagen, bzw. welche Tipps würdest du ihnen geben, damit sie trotzdem aktiv werden?

Stephan: Probleme gibt’s immer… wenn die kommen dann kommen die. Wenn man sich aber dafür einsetzt kann man anderen helfen keinen Ärger zu bekommen und Patienten wird viel Geld erspart und Leid genommen.

Hanfverband Hamburg: Wenn Cannabis legal wäre, würdest du lieber anbauen oder in einem Shop einkaufen gehen?

Stephan: Alles selbst anbauen. Permakultur mit guten Chilis und Tomaten. Eigene Sorten züchten und anderen Patienten zugänglich machen um wissen und Erfahrungen zu sammeln.

Hanfverband Hamburg: Was würdest du jemandem mit auf den Weg geben, (Vielleicht gerade Jugendlichen) wenn er/sie zum ersten mal Cannabis konsumieren möchte?

Stephan: CBD als sanfter Test ist immer zu empfehlen. Gerade Jugendliche die mich ansprechen denen rate ich immer den Tabak weg zu lassen und lieber etwas CBD Blüte dazu oder generell mit CBD den Konsum umzustellen. Es wäre verlogen und würde nichts bringen den Kids Ammenmärchen zu erzählen. Hätte mir das damals jemand so nett und aufgeschlossen erklärt wie ich es heutzutage versuche wäre mein Konsum viel eher anders gelaufen.

Hanfverband Hamburg: Hast du zum Abschluss noch eine lustige, oder spannende Cannabis – Anekdote?

Stephan: Mitte Februar bin ich aus Paris mit dem ICE und Fahrrad sowie einem Haufen Gepäck zurück nach Deutschland.
Ca. 100km nach der Grenze hat mich die Bundespolizei Offenburg im Zug angequatscht…

Es hieß Personenkontrolle…

Habe Schengenpapiere und Rezepte dabei gehabt also sagte ich auf die Frage ob ich Polizei – relevante Sachen dabei habe nein…
Hätten sie Zoll Kontrolle gesagt hätte ich es angesprochen.. Mein Ausweis wurde eingesteckt und mein Rucksack ohne mich zu fragen geöffnet sowie durchsucht…
Die Polizistin (bekannt durch TV weil sie ihre Arbeit auf Instagram postet, was ich übrigens als Effekthascherei sehe..) fand meine medizinischen Blüten und ging Spitz wie ein Spürhund…
Als ich meine Rezepte zeigte wurden die auch einfach eingesteckt ( Illegales verhalten der Beamten) und es hieß ich müsse zur Kontrolle mit kommen, das ich Anschluss hatte um weiter nach Hause zu kommen war denen egal.
Meine Bitte, das Rezept einfach (wie gesetzlich richtig wäre) mit nem Anruf an die Apotheke zu untersuchen war denen egal..
Vor dem Revier wurde mir der Arm auf den Rücken gedreht und sich über mein Schreien wegen der Schmerzen lustig gemacht mit „Achtung Achtung Polizeigewalt…“.

Dann landete ich in der Zelle und wurde naggisch gemacht und mit Bodycam gefilmt… Abartiges Machtspiel gegen Patienten…
2,5 Stunden war ich eingesperrt… Bis nach all dem Erbrechen und Kreislaufabstürzen mein Körper völlig am Ende war… Auf meine bitten nach Medis würde ich belächelt und es kam der Spruch “ sie können gar kein Patient sein denn sie hatten 2016 ne Anklage wegen Anbau und Besitz von Cannabis..“

Meine Antwort :

Nur weil ich eher als die Bundesrepublik Deutschland wusste dass mir Cannabis als Medizin mein Leben am Laufen hält und meine Beschwerden halbwegs im Griff, kann man mich nicht ein Leben lang als kriminell abstempeln!
Und es kamen Sätze wie… Naja, wir haben jetzt die Nummer vom Arzt, da holen wir uns auch Cannabis als Medizin, dürfen aber erst nach der Arbeit konsumieren..sonst müssten sie ja die Waffe abgeben…!!!
In der Zwischenzeit wurden all meine Dreckwäsche und Sachen durchsucht anstelle die Apo anzurufen…
Und ohne die Handschuhe zu wechseln wurden meine Medikamente angefasst und gewogen.. Und ohne dass ich dabei war… Und ohne Beschluss vom Richter ?.
Die Medizin darf nur in meiner Anwesenheit und von mir geöffnet werden… Ansonsten nur ein Labor, wofür aber feste Gründe sowie Durchsuchungsbeschluss dafür da sein muss.. Alles andere ist Beugung des Rechtes!
Alle Dokumente und EC Karten sowie Rezepte wurden kopiert… Alles illegal…

Als ich mit Kreislaufabstürzen aus der Zelle kam und kurz drauf gehen durfte hieß es „sie müssen Verständnis dafür haben, sie waren der erste der kontrolliert worden ist…“

Erstens ist das KEINE ENTSCHULDIGUNG UND KEINE BEGRÜNDUNG FÜR AMTSMISSBRAUCH, KÖRPERVERLETZUNG UND NÖTIGUNG, sowie ein paar Sachen mehr, nein, das ist auch einfach ne kackfreche Lüge gewesen, denn 20 min später hörte ich bei meinen Recherchen von andren Patienten denen es auch so erging.

Die Medis darf ich nicht mehr verwenden, da wer weiß was damit gemacht wurde… Habe 2 Tage später davon was probiert, komplette Nebenwirkungen und der Körper wie unter Strom mit Haufen Adrenalin das versucht hat den Körper wieder zu reinigen und die Fremdstoffe aus dem Körper zu spülen…

Die haben zum wiegen irgendeine Schüssel genommen… Wer weiß was da drin war vorher…

Anzeige ist raus und das wird gerichtlich geklärt! Die Begründung für die Aktion war der Wahnsinn…

Die „Instagram Polizistin“ meinte, ich könnte ja mit leeren Dosen nach Frankreich zum schmuggeln fahren… Das war deren ganze Motivation warum ich grausam schikaniert wurde..

Wie bitte ? Leute die Ibuprophen bei haben ohne Rezept (innerhalb von Deutschland) werden auch nicht so gequält weil sie ihre Medis mit haben und einfach gegen als Pille gepresstes Koks oder Cristal hätten austauschen können..!!!

3 Jahre Cannabis als Medizin und es wird immer noch von den Polizisten gemacht was sie für richtig halten… So was darf nicht passieren! Dafür müssten die Beamten ausgebildet sein! Ist ja genug Zeit vergangen und so „schwer“ ist das ja nicht. Es wird nur einfach nicht akzeptiert das Menschen Cannabis als Medizin nutzen und es Gesetze dafür gibt.

Belehrung zum Thema CBD und wo die flüssigen Tester sind um das max 0,2% THC zu testen habe ich auch angesprochen… Alle Länder ringsherum testen so was..Die Beamten der Polizei und der Bundesregierung sind einfach fachlich nicht belehrbar und die Anweisungen des Bundesverfassungsgerichtes werden gekonnt ignoriert oder umsegelt…

Es wird Zeit aufzustehen und Veränderung zu fördern !!

Das sehen wir genauso. Vielen Dank Stephan, dass du mitgemacht hast!