Marc Schlosser

Marc Schlosser

Unser Sprecher Marc wurde 1986 in Greifswald geboren, lebt aber seit drei Jahren in Hamburg.

Die Legalisierung von Cannabis ist für den gelernten Baumschulgärtner Leidenschaft und Lebensinhalt, denn er möchte die Situation der deutschen Cannabis – User nachhaltig verbessern.

Aus diesem Grund gründete er 2018 die Hamburger Ortsgruppe des DHV.

Kundgebungen, Podiumsdiskussionen und das Organisieren von Demos wie den GMM, welcher 2018 erstmals in Hamburg stattfand, aber auch die ständige Präsenz als Ansprechpartner gehören zu den Tätigkeiten des 33 jährigen Hamburgers.

Natürlich stand auch Marc Rede und Antwort in unserer Aktivisten – Portrait – Reihe.

Hanfverband Hamburg: Wie bist du zum ersten mal mit Cannabis in Berührung gekommen?

Marc: Ich war jung und mir ging es nicht gut. Eines Tages wurde es mir angeboten und ich war interessiert. Das erste mal versuchte ich es im Joint. Das funktionierte nicht gut. Also probierte ich es später noch mal. Diesmal mit einer Bong. Es hat wunderbar funktioniert. Zum ersten mal in meinem Leben fühlte ich mich ruhig und glücklich.

Hanfverband Hamburg: Hat sich dein Konsum im Laufe der Jahre verändert?

Marc: Als ich angefangen habe, gab es viel mehr Hasch zu rauchen. Dementsprechend kam das Gras über die Jahre hinzu. Heute rauche ich kaum noch Dope. Bin aber bei einer Bong geblieben.

Hanfverband Hamburg: Hattest du in Bezug auf Cannabis schon Probleme mit dem Gesetz?

Marc: Oh ja… nicht zu wenig. Als ich jünger war, mussten wir ein paar mal flitzen. Ich war schon wegen Handel und Eigenanbau vor Gericht. Ich bin als junger Mensch sehr rebellisch gewesen. Da blieben unangenehme Begegnungen mit dem Gesetz nicht aus.

Hanfverband Hamburg: Was hat dich dazu bewegt, aktiv zu werden?

Marc: Hmm, gute Frage. Als ich jung war, war es wohl mein Egoismus. Ich konnte nicht verstehen wie man mir etwas verbieten kann, das niemandem schadet und mir gut tut. Heute sind es wohl die ganzen Erfahrungen, die ich gesammelt habe. Ich bin Patient und geschädigt durch diese Gesetze. Mehr Antrieb brauche ich nicht um aktiv zu sein.

Hanfverband Hamburg: Auf welche Art engagierst du dich für die Legalisierung von Cannabis?

Marc: Ich helfe wo ich kann. Auf Demos helfe ich gern aus. Seit einer Weile bin ich der Sprecher der Hamburger Ortsgruppe des DHV. Seit dem zeige ich mich auch in der Öffentlichkeit. Wir organisieren Demos, Kundgebungen etc., wo ich dann als Sprecher fungiere.

Hanfverband Hamburg: Bist du Cannabis – Patient?

Marc: Ja, ich habe vielfältige Diagnosen. PTBS, ADHS, Borderline, Depression. Noch dazu hab ich seit einem Berufsunfall vor ein paar Jahren, chronische Schmerzen.

Hanfverband Hamburg: Wie hat Cannabis deine gesundheitliche Situation verbessert?

Marc: Mich macht es ruhiger. Ich leide unter Anspannung, Nervosität und unruhigen Schlaf. Ich habe auch oft Flashbacks, die ich mit dem rauchen unter Kontrolle halte. Vor ein paar Jahren hatte ich noch sehr viel Wut und Suizidgedanken in mir. Wenn ich mich nicht ruhig gehalten hätte, wäre ich wohl im Knast oder tot. Die Schmerzen sind auch deutlich erträglicher mit Cannabis. Mein Leben war lange Zeit nicht spaßig um es mal nett zu sagen. Ohne das geliebte Kraut, würde es mir deutlich schlechter gehen.

Hanfverband Hamburg: Wie stehst du zu anderen Drogen und der Debatte um eine Entkriminalisierung dieser Substanzen?

Marc: Ich bin für eine komplette Legalisierung mit regulierten Markt. Alkohol und Tabak sollten wie alle anderen Drogen behandelt werden. Es sollte Drogenfachgeschäfte geben mit entsprechend ausgebildeten Personal. Strafverfolgung jedenfalls ist so nützlich wie n Kropf am Hals, um jemanden zu helfen.

Hanfverband Hamburg: Wie siehst du die Chancen, dass an der jetzigen Politik bald etwas geändert wird?

Marc: Jetzt wo Cannabis an der Börse ist und alle ganz offen sehen wie viel Geld das bringt, wird es auch legal werden. Da bin ich mir sicher. Auf kluge Argumente spricht Politik wenn überhaupt nur sehr langsam an. Bei Geld kommt die normale Gier der Menschen hinzu. Ich schätze mal, maximal noch 2 mal Bundestagswahlen.

Hanfverband Hamburg: Gab, oder gibt es Momente in deinem Aktivistenleben, wo du an deiner Überzeugung gezweifelt hast? Wenn ja, was motiviert dich weiterzumachen?

Marc: An der Richtigkeit der Sache hatte ich nie einen Zweifel.

Hanfverband Hamburg: Hatte der Cannabis-Konsum – auch ob des gesellschaftlichen Stigmas – Auswirkungen auf Partnerschaften/Freundschaften ?

Marc: Klar. Es gab immer wieder Probleme damit oder Menschen die ihre Nase rümpfen müssen wegen dem Cannabis. Früher war das schwierig für mich. Heute kann ich es belächeln.

Hanfverband Hamburg: Wie stehst du zum Umgang mit Cannabis im familiären Umfeld?

Marc: ich selber habe meiner Familie gesagt. das ich nicht mehr zu Familienfesten komme, wenn ich nicht kiffen darf. Ich gucke denen nicht beim saufen zu.

Hanfverband Hamburg: Ab welchem Alter würdest du das Thema mit deinen Kindern besprechen und wie?

Marc: Das muss man glaube ich, vom Menschen ein wenig abhängig machen. 10-12 Jahre ist kein schlechtes Alter. Ich würde wohl meinen Kindern sagen, das man mit Drogen nicht nur Spaß hat und von meinen schlechten Erfahrungen erzählen. Am Ende würde ich sie wohl bitten, den Scheiß zu lassen. Und sollten sie jemals ein Drogenproblem kriegen, sollen sie bitte zu mir kommen, damit Hilfe geholt werden kann. Ich würde versprechen nicht böse zu sein. Sie sollen es nur sagen. Mehr kann ich als erwachsener Mensch wohl nicht tun.

Hanfverband Hamburg: Welche Altersgrenze für die Abgabe von Cannabis findest du sinnvoll?

Marc: 21 Jahre finde ich sinnvoll.

Hanfverband Hamburg: Wie stellst du dir die Legalisierung vor, bzw. wie wünschst du sie dir?

Marc: Die Produktion sollte in Deutschland für kleine und große Unternehmen möglich sein. Der Verkauf sollte in extra Geschäften mit geschulten Personal geschehen. Der Eigenanbau sollte bitte auch legal sein. Im Grunde könnte man es wie Alkohol und Tabak behandeln, mit dem riesigen Unterschied, das ich mein Cannabis bitte nicht im Kiosk oder bei Aldi einkaufen können will. Ich darf Schnaps kaufen und selber herstellen zum Eigenkonsum. Ich darf Tabak kaufen und anbauen zum Eigenkonsum. Genau das wünsche ich mir für Cannabis.

Hanfverband Hamburg: Hast du eine Lieblingsgenetik/Sorte? Warum?

Marc: Kush – Sorten sind sehr angenehm zu rauchen. Sie wirken bei mir sehr gut. Ich mag Indica deutlich lieber rauchen als Sativa.

Hanfverband Hamburg: Welche Konzentration von THC und CBD im Cannabis findest du optimal?

Marc: Könnte ich so nicht sagen. Je nach Tageszeit und -form rauche ich anderes Gras. CBD nehme ich in ÖL- Form ein. Ich mag ganz klar schweres Gras. Schon nach dem aufstehen, rauche ich am liebsten Indica.

Hanfverband Hamburg: Wenn Cannabis legal wäre, würdest du lieber anbauen oder in einem Shop einkaufen gehen?

Marc: Beides.

Hanfverband Hamburg: Was würdest du jemandem mit auf den Weg geben, (Vielleicht gerade Jugendlichen) wenn er/sie zum ersten mal Cannabis konsumieren möchte?

Marc: Jugendlichen würde ich erst mal nahe legen das sie das sein lassen sollen. Allen anderen würde ich sagen, das sie sich drauf gefasst machen sollen, das der Körper gleich schwer wird. Falls der Mensch ängstlich ist, würde ich erklären, das man durch Cannabis nicht sterben kann. Ansonsten sollten zu viele Süßigkeiten im Haus sein und ein paar sinnfreie Filme. Have fun.

Hanfverband Hamburg: Hast du zum Abschluss noch eine lustige, oder spannende Cannabis – Anekdote?

Marc: Ich wurde vor ein paar Jahren um 5 Uhr morgens von der Polizei angehalten. Sie fragten wo ich hin will. Ich sagte, das ich zur Arbeit will. Wie man unschwer an meiner Kleidung gesehen hatte. Die Reaktion der Polizei. „Wir machen dann jetzt mal einen Drogentest!“ In meiner übermüdeten Birne ratterte es los. Wieso soll ich ein Drogentest machen, wenn ich zur Arbeit fahre? Die machten einen Speicheltest. Nach Minuten der Angst, kamen sie zu mir und ließen mich ziehen. Der Test war zu meiner Überraschung negativ. 2 Wochen später, hab ich die Beamtin wieder gesehen. Sie sagte zu mir, das der Drogentest später noch positiv war. Meine Reaktion darauf:“Da war es wohl zu spät!“ und bin weiter gegangen. Die Beamtin war ab der ersten Sekunde extrem pampig zu mir. Daher fand ich es passend, sie so stehen zu lassen.

Wir danken unserem Sprecher ganz herzlich für seine Arbeit und dieses kurze Interview.

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