Maik Zorn

Maik Zorn

Der gebürtige Greifswalder hat schwere Zeiten durchlebt.

Durch seine ADHS – Erkrankung eckt er schon früh an wo es nur geht und durch sein Elternhaus erfuhr er keine Unterstützung. Stattdessen war Gewalt an der Tagesordnung.

Die Situation war für Maik unerträglich. Mit 12 riss er das erste mal zuhause aus, um zurück in die DDR zu flüchten, was jedoch nach zwei Tagen von der Polizei beendet wurde.

Im Alter von 14 beendete er seine schwierige familiäre Situation und zog in eine betreute WG

Hier kam er zum ersten mal mit Cannabis in Kontakt. Eine Erfahrung, welche sein Leben grundlegend verändern sollte.

Dass er ADHS hat, wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was er aber wusste war, dass er durch Cannabis endlich in der Lage war, klare Gedanken zu fassen und zu ende zu denken. Seine Aggressionen gingen zurück, kurz, er konnte normal leben.

Leider verbrachte Maik durch die Repression später kurze Zeit in U – Haft, hatte jedoch das Glück, dass er statt ins Gefängnis zu müssen, eine Therapie machen durfte.

Doch Cannabis half ihm bei seiner Krankheit und die verordneten Medikamente hatten starke Nebenwirkungen.

Als Cannabis 2017 für medizinische Zwecke legalisiert wurde, ändert sich für Maik alles. Während einer Sendung der Tagesschau erfährt er, dass Cannabis bei ADHS verschrieben werden kann. Für ihn war klar, dass er nicht süchtig, sonder dass Cannabis für ihn lebenswichtige Medizin ist.

Seit dem setzt sich Maik für die Legalisierung ein, gründete die Facebook – Gruppe „Cannabis ist Medizin“ mit tausenden Mitgliedern und ist auf den Demos an vorderster Front dabei.

Wir freuen uns sehr, dass auch Maik bei unserem Interview mitgemacht hat.

Hanfverband Hamburg: Wie bist Du das erste mal mit Cannabis in Berührung gekommen?

Maik: Ich habe Cannabis das erste mal mit 17 Jahren im Betreuten Wohnen kennen gelernt. Ab da änderte sich schlagartig mein Leben. Da ich sofort körperlich ruhig gestellt war. Ich war zwar zuerst mega breit aber dann merkte ich wie mein Körper ruhig wurde und ich zum ersten mal Dinge zu ende bringen konnte, ohne das ich 3 Sachen auf einmal angefangen habe.

Hanfverband Hamburg: Hat sich dein Konsum im Laufe der Jahre verändert?

Nein, er ist konstant bei 4,5 g täglich, so lässt sich mein Leben ordnen. Für viele Ärzte war ich ein Süchtiger. Hoch süchtig, da sie es nicht verstehen konnten. Sie sagten nur dies ist eine hochgradige Sucht. Zack, Suchtstempel gehabt. Von 2008 bis August 2019 wo es dann von Legeso und meinem Suchtarzt widerlegt wurde.

Hanfverband Hamburg: Hattest Du in Bezug auf Cannabis schon Probleme mit dem Gesetz?

Ja, ich musste wegen 145 g Cannabis in Stuttgart ins Gefängnis in Untersuchungshaft. Wegen Verrat von einem Neider.

Hanfverband Hamburg: Was hat Dich dazu bewegt Aktiv zu werden?

Durch meine Haft wurde mir klar das dies so nicht mehr haltbar ist. Ich habe niemanden geschädigt oder verletzt und musste trotzdem in Haft. Dafür, dass ich eine natürliche Pflanze benutzt hab. Das ist nicht mehr tragbar!

Hanfverband Hamburg: Auf welche Art engagierst Du dich für die Legalisierung von Cannabis?

Ich bin regelmäßig auf Demos unterwegs. Ich habe meine Gruppen in den Sozialen Medien wo ich informiere so gut es geht. Und ich verklage seid dem 4. April 2019 die TK, damit sie die Kosten für ADHS übernimmt.

Hanfverband Hamburg: Bist Du Cannabis Patient?

Ja, ich habe eine Ausnahmeerlaubnis von BFARM.

Hanfverband Hamburg: Wie hat Cannabis deine gesundheitliche Situation verbessert?

Alles ist viel besser geworden. Mein Leben ist geordnet damit.. Kein Durcheinander mehr. Ich bringe Sachen zu Ende und fange nicht 3 Dinge auf einmal an.

Hanfverband Hamburg: Wie stehst Du zu anderen Drogen und der Debatte um eine Entkriminalisierungdieser Substanzen?

Alles sollte entkriminalisiert werden, siehe Portugal. Es klappt wenn man will und möchte. Der Mensch kann ab 21 selber entscheiden, wie und was er will.

Hanfverband Hamburg: Wie siehst du die Chance, dass sich an der jetzigen Politik bald was geändert wird?

Bei der Politik derzeit keine große Chance. Das Hauptproblem ist die große Pharma- Lobby und das es keine Gewissensfrage im Bundestag gibt, sondern nur die parteiabhängige Abstimmung. Es muss eine Gewissensfrage werden, ohne Parteihintergrund. Dann würde es die Legalisierung bald geben.

Hanfverband Hamburg: Gab oder gibt es Momente in deinem Aktivistenleben, wo du an Deiner Überzeugung gezweifelt hast? Wenn ja was motiviert dich weiter zu machen?

Ja hatte ich .. aber in dem Punkt lasse ich mich nicht unterkriegen, dazu ist die Sache mir zu wichtig ….

Hanfverband Hamburg: Hatte dein Cannabiskonsum – auch ob des gesellschaftliche Stigmas – Auswirkungen auf Partnerschaften/ Freundschaften?

Ja auf meine Ehe, da es schon ins Geld ging die Medizin zu bezahlen. Das führte oftmals zu Diskussionen. Als Patient braucht man halt mehr als ein Hobbysmoker

Hanfverband Hamburg: Wie stehst du zum Umgang mit Cannabis im Familiären Umfeld?

Das muss und sollte ein offenes Thema sein, auch vor den Kids. Lieber so als Verbote. Verbote richten nur schaden an. Würde man offen ehrlich damit umgehen würde es auch keine Probleme geben.

Hanfverband Hamburg: Welche Altersgrenze für die Abgabe von Cannabis findest du sinnvoll?

Ab 21 Jahren, da dann das Gehirn ausgereift ist und die meisten bis dahin Ihren Schulweg und ihre Ausbildung geschafft haben. So sollte es mit Alkohol eigentlich auch sein. Ab 21 Jahren.

Hanfverband Hamburg: Wie stellst du dir eine Legalisierung vor, oder wie wüschst du sie dir?

Coffeshops muss es geben mit allem was dazu gehört. Eigenanbau gehört auch dazu. Es muss komplett legalisiert werden, ohne jegliche Strafverfolgung.

Hanfverband Hamburg: Hast du eine Lieblingsgenetik/ Sorte? Warum?

Amnesia ist meine Topsorte. Sie macht ruhig, sie hilft top beim Schlafen und stillt Schmerzen.

Hanfverband Hamburg: Welche Konzentration von THC / CBD findest du optimal?

THC um die 18 %, CBD um die 12%.

Hanfverband Hamburg: Wenn Cannabis legal wäre, würdest du lieber anbauen oder in einem Shop kaufen?

Ganz klar selber Anbauen und wenn möglich auch an Shops verkaufen.

Hanfverband Hamburg: Was würdest du Leuten, vielleicht gerade Jugendlichen mit auf dem Weg geben, wenn diese das erste mal Cannabis probieren wollen?

Geht die Sache langsam an. Nehmt euch Zeit und lasst es auf euch wirken. Nicht übertreiben weil es nicht bei jedem gleich wirkt. Alles in Ruhe. Wäre es mein Sohn würde ich ihn einweihen.

Hanfverband Hamburg: Hast du zum Abschluss noch etwas, was du den Leuten sagen möchtest?

Hanf rettet die Welt und somit uns Menschen !

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